Sozial
ökologische
Waldbewirt
schaftung

Wald für Menschen

»Wir Menschen, heute und in der Zukunft, brauchen den Wald für ein gutes Leben. Deshalb ist sein Überleben unabdingbar. Die Komplexität der Waldökosysteme und der Umweltwandel bedeuten eine große Unsicherheit für unser Wirtschaften mit den Wäldern. Deshalb müssen wir vom Wald lernen und unser Handeln demütig anpassen. Jegliche Nutzung des Waldes muss dabei ethisch reflektiert und gerecht sein.«

Peter Wohlleben und Pierre Ibisch

Baumkronen im Faulen Ort im Biosphären Reservat Schorfheide-Chorin in Brandneburg, 2024
Buchen-Schleimrübling auf Rotbuche im NSG Heilige Hallen, Mecklenburg-Vorpommern, 2024
Pierre Ibisch erklärt die Bedeutung von Totholz für die Biodiversität in Waldökosystemen, Eberswalde, 2024
Gallwespen-Larve an Eichenblatt, Eberswalde, 2024

Idee und Konzept

Der sozialökologische Ansatz schließt nicht aus, dass Wälder bewirtschaftet werden, sondern er bedeutet vielmehr, dass es unabdingbar ist. Neu ist sicherlich, dass die sozialökologische Waldbewirtschaftung dafür steht, dass alle Ökosystemleistungen als knappe und sich ggf. verknappende Ressource bewirtschaftet werden.

Der Studiengang

Im Wintersemester 2024/2025 startete an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde der Bachelor-Studiengang »Sozialökologisches Waldmanagement«.  
Die Initiative wirbt für einen ökosystemgerechten Umgang mit dem Wald und eine neue Sicht auf den Wald als Überlebensressource.

Team und Netzwerk

Sozialökologisches Waldmanagement gäbe es nicht ohne eine große Zahl von Menschen, die mitwirken, mitdenken, fördern und vorantreiben: akademische Akteur:innen, Zivilgesellschaft mit Stiftungen, NGOs, Unternehmen und Einzelpersonen, Forstleute, Waldeigentümer:innen und natürlich auch Studierende. 

Forschung

Das ECONICS INSTITUTE, ein Thinktank für Ökosysteme, der aus dem Centre for Econics and Ecosystem Management an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde hervorgegangen ist, steht für den Ansatz der »Ökonik«, also das Lernen von der Natur und eine ganzheitliche Betrachtung der Landschaft als komplexes sozialökologisches System.

Aktuelles von der Initiative

Neuigkeiten zum Thema sozialökologische Waldwende

Hektarweise abgestorbene Fichten im Harz nach den Dürrejahren 2018-2020, Juni 2025, © Anna Warnow

Die doppelte Klimakrise

Eine gerade bei Nature erschienene Studie verdeutlicht, wie Rückkopplungseffekte den Klimawandel erheblich verstärken. So haben Landökosysteme in den vergangenen zehn Jahren etwa ein Viertel ihrer Senkenkapazität verloren. Doch neben der Klimakrise erleben wir eine Klimaschutzkrise, in der vorhandenes Wissen systematisch in Zweifel gezogen wird – und zugleich scheint es, dass wir angesichts einer beispiellosen Informationsexplosion nicht mehr wissen, was wir wissen und glauben sollen. Prof. Pierre Ibisch fordert deshalb, der Stärkung von Informationskompetenz eine deutlich höhere Priorität einzuräumen.

Stark aufgelichtete, "heißgeschlagene" Altbuchenbestände im FFH-Gebiet Wälder bei Feldberg in MV, Okt 2024, © Christoph Nowicki

Buchenwälder rund um die »Heiligen Hallen« in Gefahr

Wie der NDR berichtet, bestätigt ein neues Gutachten die Sorge um das FFH-Schutzgebiet »Wälder bei Feldberg mit Breitem Luzin und
Dolgener See« in Mecklenburg-Vorpommern. Bereits 2020 hatten Pierre Ibisch und sein Team die deutlichen Schäden an den durch den Landesforst stark aufgelichteten Buchenbeständen dokumentiert und von MV-Umweltminister Backhaus ein Einschlagsstopp gefordert. Auch die Experten, die die Landesforstanstalt beauftragt hat, stellen nun eine klare Diagnose: »Die Flächen sind in einem kritischen Zustand und drohen bei Nichthandeln zukünftig verloren zu gehen.«

Soraida Chindoy, eine Vertreterin der Inga aus der kolumbianischen Region Putumayo in Eberswalde, 19.11.2025, Fotos:©Mirella Frangella
Kann der Regenwaldfonds TFFF helfen Tropenwälder zu schützen?

Soraida Chindoy, eine Vertreterin der Inga aus der kolumbianischen Region Putumayo, besuchte den Studiengang »Sozialökologisches Waldmanagement« in Eberswalde. Gemeinsam mit der Fotografin Mirella Frangella berichtete sie von ihrem Kampf gegen eine große Kupfermine sowie von gravierenden sozialen und ökologischen Problemen. Für ihren Einsatz für die Natur und gegen den Verlust ihres Lebensraums benötigen die Inga dringend Solidarität und konkrete Unterstützung.

4. Wald-Tagung von Martin Häusling, MdEP für Greens/EFA im Europäischen Parlament, im Bild: Jana Ballenthien und Jörg-Andreas Krüger,7.11.25

Wald unter Druck – weiter wie bisher?

Ist es angesichts von Nutzungsdruck und sich verschärfendem Klimawandel möglich, die Ressource Holz zu nutzten und gleichzeitig den Wald wirksam zu schützen? Der grüne Europa-Abgeordnete Martin Häusling lud im November zur 4. Wald-Tagung in hessische Bad Zwesten ein, um mit renomierten Referent:innen aus Wissenschaft, Praxis und Politik kontrovers und intensiv über Herausforderungen und Ansätze einer zukunftsfähigen Waldwirtschaft zu diskutieren.

Podcast von Peter Wohlleben "Peter und der Wald"

Podcast: Der Wald und wir – eine ethische Auseinandersetzung

Auf dem Waldgipfel 2025 haben Peter Wohlleben und Prof. Pierre Ibisch über die ethischen Dimensionen des Wald- und Umweltschutzes gesprochen. Dabei widmen sich die beiden Fragen wie: Was bedeudet es, ein Verantwortungsbewusstsein für Umwelt und Ökosysteme zu entwickeln und wie kann man dieser Verantwortung gerecht werden? 
Wie kommt man bei einem komplexen Thema wie Natur- und Klimaschutz am sinnvollsten »ins Tun«?

Grün-Feucht-Kühl-Index vom Econics Institute präsentiert bei zdf heute, Sep 2025

Das Econics Institute stellt den Grün-Feucht-Kühl-Index vor 

Der neu gegründete Thinktank für Ökosysteme präsentiert erstmals einen »Grün-Feucht-Kühl-Index« für Deutschland, der verdeutlicht, dass die Landbedeckung einen wesentlichen Einfluss auf die Oberflächentemperatur und die Niederschlagsmenge hat. Die sich wechselseitig beeinflussende Dreiecksbeziehung zwischen Grünheit, relativ kühlen Temperaturen und Feuchtigkeit reflektiert die Leistungsfähigkeit der Landschaften und ihre Zukunftsfähigkeit im Klimawandel.

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