Medienbeiträge

Wie steht es um den Wald? Welche Lösungen für den Wald gibt es? Eine Auswahl von Beiträgen zu drängenden Fragen und Antworten.

Hektarweise abgestorbene Fichten im Harz nach den Dürrejahren 2018–2020, Juni 2025 © Anna Warnow

14. Jan 2026

Die doppelte Klimakrise: Warum wir heute nicht nur das Klima, sondern auch unsere Wissenskompetenz retten müssen

Eine gerade bei Nature erschienene Studie verdeutlicht, dass Rückkopplungseffekte den Klimawandel bereits heute erheblich verstärken. Dürrebedingtes Baumsterben oder großflächige Waldbrände führen zu zusätzlichen CO₂-Emissionen, wodurch Landökosysteme in den vergangenen zehn Jahren etwa ein Viertel ihrer Senkenkapazität verloren haben. Rund 8 % des bisherigen Anstiegs der atmosphärischen CO₂-Konzentration lassen sich auf solche Rückkopplungseffekte zurückführen. Doch neben der Klimakrise erleben wir eine Klimaschutzkrise, in der vorhandenes Wissen systematisch in Zweifel gezogen wird.
Zugleich scheint es, dass wir angesichts einer beispiellosen Informationsexplosion nicht mehr wissen, was wir wissen und glauben sollen. Die Uneindeutigkeit unseres angehäuften Wissens beschränkt nicht nur die Lösungskompetenz der Gesellschaft, sondern befeuert auch deren Polarisierung und Verwirrung. Prof. Pierre Ibisch fordert deshalb, der Stärkung von Informationskompetenz eine deutlich höhere Priorität einzuräumen.

Stark aufgelichtete, "heißgeschlagene" Altbuchenbestände im FFH-Gebiet Wälder bei Feldberg in MV, Okt 2024, © Christoph Nowicki

12. Dez 2025

Buchenwälder rund um die »Heiligen Hallen« in Gefahr

Wie der NDR berichtet, bestätigt ein neues Gutachten die Sorge um das FFH-Schutzgebiet »Wälder bei Feldberg mit Breitem Luzin und Dolgener See« in Mecklenburg-Vorpommern. Bereits 2020 hatten Pierre Ibisch und sein Team die deutlichen Schäden an den durch den Landesforst mittels Großschirmschlagverfahren stark aufgelichteten Buchenbeständen dokumentiert und von MV-Umweltminister Backhaus ein Einschlagsstopp gefordert. Trotz Zusagen, etwas zu ändern, sei nichts geschehen. 
Nun stellen auch die Experten, die die Landesforstanstalt beauftragt hat, eine klare Diagnose: »Die Flächen sind in einem kritischen Zustand und drohen bei Nichthandeln zukünftig verloren zu gehen.« Die Schäden an den umliegenden Wäldern beeinträchtigten auch die »Heiligen Hallen«, einen der ältesten Buchenwälder Deutschlands. Prof. Ibisch beklagt, »wir haben sogar Kahlschläge in unmittelbarer Nachbarschaft dieses wertvollen Buchenwaldes« und fordert die Erweiterung des Kernschutzgebietes, »damit der Buchenwald noch eine Chance hat«.

Heizkraftwerk Reuter West, Berlin, Foto: Olivier Cleynen

23. Dez 2025

Pläne zur Ausweitung der Holzverbrennung
für die Berliner Fernwärme

Bis zum 9 Januar 2026 läuft die die Öffentlichkeitsbeteiligung zum Genehmigungsantrag für das geplante Holzheizkraftwerk am Standort Reuter West vom Berliner Energie und Wärme AG (BEW). Zahlreiche Umweltorganisationen kritisieren die Pläne der BEW als klimaschädliche Fehlinvestition. Sie fordern den landeseigenen Energieversorger auf, die Pläne für das neue Holzheizkraftwerk zu stoppen. Beim Verbrennen von Holz pro Energieeinheit wird nicht weniger CO2 freigesetzt als beim Verbrennen von Kohle. Das geplante Holzheizkraftwerk in Reuter West leiste somit einen Beitrag zur Verschärfung der Klimakrise, erklärt Matthias Krümmel vom BUND Berlin. Prof. Pierre Ibisch äußert im Länderreport bei Deutschlandfunk Kultur Verständnis für die Herausforderungen der Wärmewende, betont aber auch, dass es eine vollständige Dekarbonisierung ist, die wir dringend brauchen. Sowohl Alt- als auch Frischholz zur Wärmeerzeugung in dieser Dimension zu nutzen, sei nicht nachhaltig. Dem Klima würde Holz-Recycling mehr nützen als es zu verbrennen.

Agrarlandschaft, Foto: Marko Lengyel bei Unsplash

1. Nov 2025

Wir haben Probleme mit dem »Stadtbild« – und mit dem »Landbild« auch

Bundeskanzler Merz hat mit seiner Aussage zum »Stadtbild« eine heftige Diskussion ausgelöst. In seinem Kommentar geht Prof. Pierre Ibisch auf die in vielen unserer Städten sichtbaren Folgen von Ungerechtigkeit und gesellschaftlicher, baulicher und planerischer Fehlentwicklungen ein. Er blicke auf menschenfeindliche Betonlandschaften, Neubausiedlungen mit versiegelten Vorgärten, in denen keine Begegnungsräume vorgesehen sind. Doch genauso sollte einem das »Landbild« Sorgen machen, denn auch die ländlichen Räume sind weniger lebenswert geworden: Gewerbegebiete und eine allgegenwärtige Verkehrsinfrastruktur wirkten als hätten wir ein Zuviel an fruchtbaren Böden. Zugleich sind Landschaften ausgeräumt, sie haben ihre Hecken, Gehölze, Wälder und Eigenheiten verloren. Der »Grün-Feucht-Kühl-Index« des ECONICS INSTITUTES verdeutlicht, wie sehr die Funktionsfähigkeit unserer Landschaft und damit unsere Lebensgrundlage bereits beeinträchtig ist.
Es brauche Bereitschaft, Probleme in ihrer Komplexität zu verstehen und zu besprechen, um angemessene systemische Lösungen zu finden.

Gepflügte, sich stark aufheizende Fläche, Treuenbrietzen. Brandenburg, Oktober 2024

Mehr Bäume auf die Äcker

1. Okt 2025

Im Zentrum der deutschen Hitzedebatte stehen bislang die Städte mit ihren versiegelten Flächen und dem oft nur spärlichen Grün, doch die neue Studie des ECONICS INSTITUTES zeigt: Riesige Ackerflächen heizen sich inzwischen ähnlich stark auf. Das Bewusstsein dafür, dass auch Agrarlandschaften unter Hitze leiden, könnte zum Wendepunkt werden. Handlungsspielraum besteht: Der »Grün-Feucht-Kühl-Index« zeigt, dass ein Fünftel der Temperaturunterschiede auf die Nutzung der Flächen zurückgeht – je grüner die Landschaft, umso feuchter und kühler sind sie. Vielfältige Fruchtfolgen, Zwischenfrüchte, Hecken und Agroforste können helfen, das Mikroklima zu regulieren.

Grün-Feucht-Kühl-Index für Deutschland, entwickelt vom Econics Institute, Sep 2025

Das Econics Institute stellt den Grün-Feucht-Kühl-Index vor

22. Sep 2025

Das ECONICS INSTITUTE, der neu gegründete Thinktank für Ökosysteme präsentiert erstmals einen »Grün-Feucht-Kühl-Index« für Deutschland, der verdeutlicht, dass die Landbedeckung einen wesentlichen Einfluss auf die Oberflächentemperatur und die Niederschlagsmenge hat. Die sich wechselseitig beeinflussende Dreiecksbeziehung zwischen Grünheit, relativ kühlen Temperaturen und Feuchtigkeit reflektiert die Leistungsfähigkeit der Landschaften und ihre Zukunftsfähigkeit im Klimawandel. Für zdf heute hat Katrin Lindner Studienleiter Prof. Pierre Ibisch im Grumsin getroffen.

Holzkraftwerk Eberswalde, 5.1.2023, Foto: © Pierre Ibisch

12. Aug 2025

Holzverbrennung: Problem statt Lösung

»Holz stößt pro Kilowattstunde mehr CO2 aus als Kohle – und weit mehr als andere fossile Brennstoffe. Daher besteht die erste Auswirkung der Holzenergie darin, dass der Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre steigt und sich der Klimawandel verschärft« – so klar formulierte es eine Studie in der renommierten Zeitschrift Science schon 2018. Wie groß die Pfadabhängigkeit wider besseren Wissens bei der Holzverbrennung dennoch ist, schildert Pierre Ibisch in diesem Artikel.

Pierre Ibisch im Interview bei rbb Brandenburg Aktuell zum geplanten Windpark im Naturpark Dahme-Heideseen in Brandenburg, 13.7.2025

Windkraft im Wald – zu den Folgen für das Ökosystem

13. Jul 2025

Brandenburg liegt beim Ausbau von Windparks im Wald bundesweit vorn. Im Naturpark Dahme-Heideseen soll nun mit 55 Windrädern die bisher größte Anlage entstehen. Pierre Ibisch spricht im Interview über die Folgen für die ohnehin gestressten und stark fragmentierten Wälder.

Pierre Ibisch bei der Veranstaltung FROM MYTHS TO SCIENCE – FOREST POLICIES ON TRIAL, 8.12.2022 © Jules Toulet

EU: Rechte und Konservative gefährden Klimaziele

12. Jul 2025

Die rechtsextreme »Patrioten für Europa«-Fraktion wird im EU-Parlament die Verhandlungen zum Klimaziel 2040 verantwortlich steuern. Zugleich wird der Green Deal der EU-Kommission durch die konservative EVP entschärft. Im Interview erläutert Pierre Ibisch, warum der Trend Klimaschutzmßnahmen aufzuweichen, insbesondere für Europa, wo sich die Folgen des Klimawandels besonders deutlich zeigen, ein gefährlicher ist.

3Sat – Nano,  Beitrag vom 3.7.2025: Das Forschungsprojekt Pyrophob untersucht Waldbrandflächen in Treuenbrietzen in Brandenburg

Was tun nach dem Waldbrand?

3. Jul 2025

Seit 2019 untersucht das Forschungsprojekt PYROPHOB wie die Waldbrandflächen auf eine unterschiedliche Behandlung reagieren. Beräumen und neu pflanzen oder auf die natürliche Sukzession vertrauen? Die Beobachtungen zeigen: Dort, wo die Flächen sich selbst überlassen bleiben, entsteht trotz schwieriger Bedingungen bereits ein neues Waldökosystem. 

Harvester-Einsatz in einem Fichten-Forst in Köppel, Forstamt Neuhäusel, April 2020, Foto: ©Pierre Ibisch

Waldbau als historisches Erbe und Missverständnis

10. Jun 2025

Seit jeher definieren sich Menschen durch das Bauen. Wir betreiben Hausbau, Straßenbau, Ackerbau oder eben auch Wald-bau. Wald ist aber ein komplexes Ökosystem. Pierre Ibisch fragt: Kann man das überhaupt bauen?

Hektarweise kahlgeschlagene Flächen im Landesforstbetrieb Oberharz, Mai 2025, © Anna Warnow

Im Harz liegen Katastrophe und Hoffnung eng beieinander

5. Jun 2025

Angesichts dramatischer Landschaftsveränderungen durch das Absterbens ausgedehnter Forste stellen sich viele zu recht die Frage, ob jene, denen die Bewirtschaftung unserer Wälder anvertaut ist, tatsächlich in unser aller Sinne handeln. Eine Exkursion in den Harz macht anhand eines unterschiedlichen Umgangs mit Waldflächen allzu deutlich, wie nah Verwüstung und Hoffnungsschimmer beeinander liegen.

Buchenholz-Polter, Brandenburg, Okt 2024 © Anna Warnow

»Der Wald benötigt mehr Holz für sich selbst«

27. Mai 2025

Lange Hitzeperioden, wenig Niederschlag, trockene Böden – warum sich die Anpassung des Waldes an den Klimawandel nicht mit einer intensiven Holznutzung verträgt und was Forstverwaltungen, kommunale und private Waldbesitzende tun können, um Schäden abzumildern, erklärt Prof. Dr. Pierre Ibisch im Interview mit Anne Mareile Moschinski.

Für eine Pflanzung gepflügte Waldbrandfläche in Treuenbrietzen, Brandenburg, Okt 2025, Foto: © Anna Warnow

Braucht das Bundesministerium für Landwirtschaft mehr Klimakompetenz?

19. Mai 2025

Weite Teile Deutschlands erleben ein rekordverdächtig trockenes Frühjahr. Die neue Regierung scheint die Klimakrise jedoch erst einmal zurückstellen zu wollen. Böden und Wasser spielen in der Regierungserklärung Alois Rainers keine Rolle. Dabei sind die immer trockeneren Böden sind nicht nur für Land- und Forstwirtschaft eine zentrale Herausforderung, sondern sie befördern offenbar auch die Intensivierung von Hochdruckgebieten und Blockadewetterlagen.

Totholz im NSG Heilige Hallen in Mecklenburg-Vorpommern, Okt 2024, Foto: © Christoph Nowicki

»Landschaft muss grüner, kühler, feuchter«

20. Apr 2025

Pierre Ibisch erklärt im Deutschlandfunk, warum es gerade angesichts der aktuellen Trockenheit und Waldbrandgefahr so wichtig ist, die Wälder nicht stärker aufzulichten und Wassermanagement, Land- und Forstwirtschaft konsequenter zusammenzudenken.

 3. Wald-Tagung: "Wald im Spannungsfeld von Ökologie & Ökonomie", auf einladung von Martin Häusling, 22.11.2024

22. Nov 2024

Wald im Spannungsfeld von Ökologie und Ökonomie

Dem Wald geht es schlecht und schlechter, das belgt nun auch die neue Bundeswaldinventur – und damit steht mehr auf dem Spiel, als manche wissen. Der grüne Europa-Abgeordnete Martin Häusling lud im November 2024 fast 200 Wissenschaftler:innen, Praktiker:innen, Waldbesitzer:innen und Gäste aus ganz Deutschland zum dritten Mal zur Waldtagung ein, um zu diskutierten, was zur Rettung des Waldes getan werden kann und muss.

Waldbrandfläche in Kiefern-Monokultur in Treuenbrietzen, Brandenburg, Okt 2024, Foto: © Anna Warnow

Wie man dem deutschen Wald die Zukunft raubt

19. Nov 2024

Kranke Bäume, mehr Feuer, Klima: Der Wald leidet. Allen ist klar, dass er umgebaut werden muss. Das führt immer häufiger zu unversöhnlichem Streit – etwa in Brandenburg. Alexandra Endres berichtet über das Forschungsprojekt PYROPHOB, das die Waldbrandflächen in Treuenbrietzen untersucht.

Feuersalamander im Nationalpark-Poluniny, Slowakei, 2013, Foto: © Pierre Ibisch

Wechselwirkungen der Arten sind für den Naturschutz unerlässlich

1. Nov 2024

Beim Umwelt- und Artenschutz muss das jeweilige Ökosystem und seine Leistungsfähigkeit als Ganzes betrachtet werden, sagt der Ökologe Pierre Ibisch. Gutachten zum Bedrohungsstatus einzelner Arten bildeten nur einen Teil der Realität ab.

Jane Goodall mit Peter Wohlleben und Pierre Ibisch auf dem Campus der HNE Eberswalde, 31.10.2024, Foto: ©Martin Tervoort für Jane Goodall In

Ein Evening of Hope mit Jane Goodall

31. Okt 2024

Auf Einladung von Peter Wohlleben besuchte die Verhaltensforscherin, Naturschutzaktivistin und Friedensbotschafterin der Vereinten Nationen Jane Goodall den neuen Studiengang in Eberswalde. Nach einem gemeinsamen Aufenthalt im Grumsin-Buchenwald, pflanzte sie einen Jane-Goodall-Baum auf dem Waldcampus der Hochschule für nachhaltige Entwicklung und feierte in der ausverkauften Stadthalle von Eberswalde einen Evening of Hope.

Holzernte für Export im Reinhardswald, Hessen, 2021, Foto: © Pierre Ibsich

Nur Klimawandel schuld? Unsere Forstwirtschaft muss endlich selbstkritisch sein

10. Okt 2024

Wald und Forstwirtschaft haben wieder einmal schlechte Presse. Das Ergebnis der gerade von Bundesforstminister Özdemir vorgestellten Bundeswaldinventur, die auf Erhebungen von 2022 beruht, ist in mehrfacher Hinsicht katastrophal, sagt Wald-Experte Pierre Ibisch - und das liege nicht nur am Wald.

Räumung einer Kalamitätsfläche im Kreis Northeim in Niedersachsen, 2020, Foto: © Pierre Ibisch

6. Okt 2024

Neue Bundeswaldinventur: Warum der Wald als Klimaschützer ausfallen wird

Am 8. Oktober 2024 erschien die große Bestandsaufnahme des deutschen Waldes. Die Daten zeichnen ein erschreckendes Bild. Der heimische Wald ist zur Kohlenstoffquelle geworden. Thomas Krumenacker fasst die Ergebnisse der Bundeswaldinventur zusammen.

Beräumte und gepflügte Fichten-Kalamitätsfläche im Reinhardswald, Hessen, 2021, Foto: © Pierre Ibisch

7. Sep 2024

»Das Gesetz lässt den Wald im Stich« - Scharfe Kritik am Waldgesetz

Die Ampel-Koalition wollte das veraltete Waldgesetz reformieren, um Deutschlands größtes Ökosystem gegen Klimawandel und Biodiversitätskrise zu stärken. Doch der Entwurf von Minister Cem Özdemir verpasst diese Gelegenheit, kritisiert Waldexperte Pierre Ibisch im Interview.

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