
Waldwissen
»Wir haben dieses Buch geschrieben, weil wir den Wald lieben—und weil wir uns Sorgen um ihn machen. Ein Leben ohne Bäume, ohne Vögel unter dem raschelnden Blätterdach alter Buchen, ohne moosbewachsene Stämme, ohne Pilze im modrigen Totholz, ohne die würzige Luft an warmen Sommertagen oder ohne knarzendes Holz, wenn der Wind durch den Wald fegt, ist für uns nicht vorstellbar. Deswegen möchten wir alles versuchen, diesen Quell des Lebens und der Freude für uns alle zu erhalten.«
»Der Wald ist primär für sich selber da« sagt Autor Peter Wohlleben. Auf der Leipziger Buchmesse 2023 spircht Ulrich Timm mit dem Förster und dem Biologen und Co-Autor Prof. Pierre Ibisch über ihr neues Buch Waldwissen, über die Ursachen der Waldmisere, über Lösungen und eine neue forstwissenschaftliche Ausbildung.
Die 20 Prinzipien der sozialökologischen Waldbewirtschaftung
Zusammenfassend kann die sozialökologische Waldbewirtschaftung durch Prinzipien charakterisiert werden, die sich erstens aus den Erkenntnissen der Wissenschaft und zweitens aus deren ethischen Reflexionen ergeben. Grundsätzlich ruht der Ansatz auf zwei Säulen, die wie Bedingungen formuliert werden können: Die Waldbewirtschaftung muss im Einklang mit dem Funktionieren von Ökosystemen erfolgen, und sie muss ethisch reflektiert sein, also immer wieder neu hinterfragen und zur Diskussion stellen, was sie überhaupt erreichen soll und was eine gute Bewirtschaftung bedeutet.
»Waldbewirtschaftung ist ökosystembasiert«
01
Wald muss als Bioreaktor verstanden werden
Wälder sind offene, energiewandelnde Systeme und unterliegen den Gesetzen der Thermodynamik.
02
Wald arbeitet mit Rücklagen, und wir müssen ihm dabei helfen
Wald investiert in seine Arbeitsfähigkeit. Wenn Ökosysteme zusätzliche freie Energie erhalten, wird jeglicher Überschuss, der nicht zur Aufrechterhaltung der Grundfunktionen benötigt wird, genutzt, um dissipative Strukturen zu bilden, die Energie aufnehmen und verwerten, sowie das System weiter vom thermodynamischen Equilibrium zu entfernen.
03
Wald muss quantitativ und qualitativ wachsen und lernen können
Die Grundlage für die ökosystemare Funktion, das System möglichst vom thermodynamischen Gleichgewicht—einfach gesagt: vom Chaos—fernzuhalten, sind drei Formen der Reifung:
- Wachstum der Biomasse
- Wachstum des Netzwerks
- Wachstum der Information
04
Wälder bewirtschaften heißt mit Wasser haushalten
Da Leben auf der Grundlage wässriger Lösungen funktioniert, sind Ökosysteme offene ökohydrologische Systeme. Die Kapazität von Wäldern, mit Wasser zu haushalten, nimmt auf allen Systemebenen einen entscheidenden Einfluss auf ihren Energiehaushalt und ihre Entwicklung.
05
Wälder und ihre Komponenten können nur funktionieren, wenn sie miteinander in Verbindung treten können
Die Reifung von Ökosystemen benötigt zeitliche sowie räumliche Kontinuität und eine entsprechende Verbundenheit (Konnektivität).
06
Ökosysteme sind nicht hierarchisch, deswegen sollte man ihnen auch keine Befehle erteilen
Wälder sind verschachtelte (genestete) Systeme, die zusammen mit anderen Systemen das globale Ökosystem bilden. Dieses größere Ganze wirkt auf die Teile, wie auch die Komponenten zurück auf das größere Gefüge wirken, von dem sie ein Bestandteil sind (Holarchie). Durch alle Wechselwirkungen, von oben nach unten und zurück, entstehen Funktionen und Regulierung.
07
In Ökosystemen ist (fast) alles möglich, ihre Entwicklung ist deshalb unvorhersehbar
Die Komplexität der Ökosysteme führt zusammen mit den thermodynamisch bedingten Eigenschaften wie Unumkehrbarkeit und Instabilität zu einer Entwicklungsoffenheit des Systems und damit zu einer ihnen innewohnenden Unbestimmtheit.
08
Wälder bilden Puffer und Kreisläufe aus und werden damit effizienter
Wachstum und Entwicklung reifender Ökosysteme stehen im Zusammenhang mit der Zunahme von Kreisläufen. Vor allem Wasser und Nährstoffe werden recycelt, was Wälder etwas unabhängiger von der Umwelt macht.
09
In Ökosystemen befeuern sich Ursachen und Wirkungen gegenseitig, was wesentlich zu Steuerung und Entwicklung beiträgt
Aus »viel« kann schnell »noch mehr« werden—oder auch »viel weniger«. Positive und negative systemische Rückkopplungen sind eine wesentliche Grundlage der Regulation sowie der Anpassungsfähigkeit in Ökosystemen.
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Ökosysteme entwickeln sich durch die fortwährende Zerstörung und Neuorganisation von Systemkomponenten
Adaptive Zyklen, die auf den verschiedenen ineinander verschachtelten Systemebenen existieren und zusammen wirksam werden, sind eine Grundlage der Anpassungs- und Erholungsfähigkeit (adaptive Resilienz) eines Ökosystems. Die »schöpferische Zerstörung« ist ein wichtiges Element der Funktionstüchtigkeit.
»Waldbewirtschaftung ist ethisch reflektiert und leistet einen Beitrag zum kurz- und langfristigen Wohlergehen der Menschen.«
11
Die Nutzung oder Bewirtschaftung von Wäldern soll nicht ohne ethische Reflexion erfolgen
Die sozialökologische Waldbewirtschaftung ist in einem ökohumanistischen Sinne ökosystembasiert und menschenzentriert. Das bedeutet, dass zu dem naturwissenschaftlich beschreibbaren Fundament der Funktionstüchtigkeit von Ökosystemen eine relevante ethische Reflexion und Orientierung tritt, um angemessene Rahmenbedingungen für die Bewirtschaftung aller Ressourcen zu schaffen.
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Im Umgang mit Wald wird immer der Tatsache Rechnung getragen, dass wir ihn nicht nur rational nutzen, sondern auch emotional erleben und benötigen
Die emotionale Ebene unseres Erlebens und Entscheidens sowie unsere Befähigung zur Biophilie und der Empathie mit dem Wald und seinen Lebewesen verdient Anerkennung und Förderung.
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Jegliche Waldbewirtschaftung muss im Interesse der Menschen für den Wald und auch direkt für Menschen gut sein
Die Waldbewirtschaftung erfolgt einzig mit dem Ziel, zu einem guten Leben von Menschen beizutragen, der Wald benötigt sie nicht. Sie fördert diejenigen Ökosystemfunktionen, die wir als Ökosystemleistungen bezeichnen, weil sie direkt oder indirekt zum menschlichen Wohlergehen beitragen. Es muss in der Waldbewirtschaftung gerade wegen dieses letztendlichen Zieles eines guten Lebens von Menschen ein ökologisches Primat gelten.
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Es ist für zeitgemäße Waldgerechtigkeit zu sorgen
Eine sozialökologische Wald-Governance zielt auf ein angemessenes gesellschaftliches Abwägen bei der Bewertung, Förderung, Nutzung beziehungsweise Zugänglichmachung sämtlicher Ökosystemleistungen ab.
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Zu einer ordentlichen wirtschaftlichen Gesamtrechnung der Waldbewirtschaftung gehören alle Einnahmen und alle Kosten
Eine sozialökologische Waldbewirtschaftung steht für eine transparente und möglichst vollständige ökonomische Gesamtrechnung. Das heißt, es wird nicht nur die Wertschöpfung betrachtet—in Geld bewertbar oder nicht—, sondern darüber hinaus auch die »Schadschöpfung«. Es darf keine verborgene Auslagerung (Externalisierung) von Kosten geben.
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Die sozialökologische Waldbewirtschaftung trägt zum Verständnis eines ökologischen Modells der wirtschaftlichen Entwicklung bei, die ohne quantitatives Wachstum auskommt
Ein gutes Leben der Menschen kann nur innerhalb der von der Tragfähigkeit der Ökosysteme vorgegebenen Grenzen erreicht werden. Ob ein Ökosystem funktioniert und wie viele Menschen es (er)tragen kann, ist dabei nicht für alle Zeit fest definiert. Das kann sich sehr schnell wandeln, wenn die Rahmenbedingungen sich verändern.
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Eine sozialökologische Waldbewirtschaftung ist konfliktlösend, demokratisch und tolerant, stellt sich aber bewusst den sich durch Ressourcenknappheit und Klimakrise zuspitzenden sozioökonomischen und sozialen Konflikten
Es geht bei der Bewirtschaftung nicht um einen Minimalkonsens und Konfliktlösung um der Harmonie willen. Die aktuelle Lage der Wälder bedarf einer konstruktiven Auseinandersetzung auf dem bestmöglichen fachlichen Niveau.
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Der Umgang mit Wissen ist post-normal, was unter anderem bedeutet, dass wissenschaftliches Wissen nicht exklusiv sein darf und dass alle Formen relevanten Wissens in den Lernprozess einbezogen werden
Es gilt, den Respekt vor dem anderen Wissen zu trainieren, es angemessen in die Arbeit zu integrieren und Arbeiten mit dem Wald immer auch als gemeinsame Wissensproduktion zu verstehen.
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In der sozialökologischen Waldbewirtschaftung geht es nicht darum, vorhandenes Wissen leichtfertig in Handlungen zu überführen, sondern vielmehr vor allem auch darum, das identifizierte oder geahnte Nichtwissen zu nutzen und alle Handelnden zu Vorsicht anzuhalten
Im Umgang mit dem Wald und mit unserem Wissen über ihn und die Folgewirkungen unserer Handlungen ist Demut ein Leitmotiv. Verunsicherung wird als Bestandteil des Lernprozesses angenommen, von Gewissheit wird abgesehen. Der bewusste und aktive Umgang mit den Grenzen der Erkenntnis und dem Nichtwissen ist Teil des akademischen Fundaments der sozialökologischen Waldbewirtschaftung. Es geht in keinem Falle um eine Wissensfeindlichkeit, ganz im Gegenteil: Fakten und Evidenz werden wertgeschätzt und in ihrem Zusammenhang reflektiert.
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In der sozialökologischen Waldbewirtschaftung ist ein reflektiertes adaptives Management die Grundlage für die Entwicklung von Strategien
Dabei wird das Handeln nicht allein an Visionen orientiert, sondern als Teil eines Lernprozesses verstanden. Es werden genügend Ressourcen für Dokumentation und kritische Überprüfung bereitgestellt. Der Ansatz ist fehlerfreundlich, versucht aber gleichzeitig, bestmöglich aus Fehlern zu lernen.
Nachrichten aus dem Wald
Grün. Feucht. Kühl — Wie der Bannwald Kleinmachnow schützt
12. Feb 2026

Drei Jahre Forschung zeigen: Gemeindewälder sind zentrale Bausteine aktiver kommunaler Klimaanpassung.
Bei der Abschlussveranstaltung des Projekts »Zukunftsfähiger Gemeindewald « informierten sich zahlreiche Bürger:innen sowie Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft vor Ort über die Ergebnisse. Deutlich wurde: Der Gemeindewald ist weit mehr als Erholungsraum. Er trägt messbar zum Klimaschutz, zum Wasserhaushalt und zur Lebensqualität im Ort bei. Bodo Krause, der Bürgermeister der Gemeinde südwestlich von Berlin gelegen, bekräftigte so auch das Ziel, den Bannwald langfristig klimaresilient weiterzuentwickeln.
Das Projekt wurde 2022 gemeinsam mit dem Centre for Econics and Ecosystem Management (CEEM) mit dem Ziel gestartet, eine belastbare Grundlage für zukünftige Entscheidungen in der Waldpflege zu schaffen. Zentrales Element war von Beginn an die aktive Einbindung der Bürgerschaft. In Workshops mit Bürger:innen und dem lokalem Gymnasium entstand unter anderem ein »Waldwissen«-Wirkungsnetz, das ökologische Zusammenhänge anschaulich darstellt. Zudem hat sich eine engagierte Wald-Gruppe gebildet.
Die Abschlussveranstaltung machte nun deutlich: Klimaanpassung ist keine abstrakte Zukunftsaufgabe, sondern beginnt im eigenen Umfeld. Prof. Dr. Pierre Ibisch erläuterte in seinem Vortrag, warum Kommunalwälder als Verbündete im Klimawandel eine Schlüsselrolle im Klimaschutz und in der Klimaanpassung spielen. Satellitengestützte Auswertungen aus Kleinmachnow zeigen, dass der Bannwald an heißen Sommertagen deutlich kühler bleibt als versiegelte Flächen. So lag am 2. Juli 2025 der Temperaturunterschied im Vergleich zum Europarc Dreilinden bei bis zu 10 C°. Auch Analysen zur Vegetationsvitalität – also zur »Grünheit« und Gesundheit der Pflanzen – belegen: Je vitaler die Vegetation und je feuchter der Boden, desto stärker ist die Kühlleistung. Besonders in dicht bebauten und versiegelten Bereichen sind diese Effekte für Gesundheit und Lebensqualität bedeutsam.

Kann der Regenwaldfonds TFFF helfen Tropenwälder zu schützen?

19. Nov 2025
Fotos: © Mirella Frangella
Soraida Chindoy, eine Vertreterin der Inga aus der kolumbianischen Region Putumayo, besuchte den Studiengang »Sozialökologisches Waldmanagement« in Eberswalde. Gemeinsam mit der Fotografin Mirella Frangella berichtete sie von ihrem Kampf gegen eine große Kupfermine sowie von gravierenden sozialen und ökologischen Problemen. Für ihren Einsatz für die Natur und gegen den Verlust ihres Lebensraums benötigen die Inga dringend Solidarität und konkrete Unterstützung.
Kann der neue Regenwaldfonds Tropical Forests Forever Facility (TFFF) dabei helfen? Der Vorschlag der Gastgeber der diesjährigen Klimakonferenz COP30 im brasilianischen Belém sieht vor, öffentliche und private Mittel zum Schutz der Wälder zu mobilisieren – Deutschland wird dafür eine Milliarde Euro zur Verfügung stellen. Die persönliche Begegnung mit Soraida Chindoy verdeutlicht jedoch einmal mehr, wie groß der Ressourcenhunger ist, dem unsere Wälder global ausgesetzt sind. Chindoy überlebte 2017 mit ihrer Familie eine Schlammlawine in Mocoa, einer Stadt in den bewaldeten Bergen am Rande des Amazonas, die gezeichnet sind von insgesamt 14 Kilometer tiefen Probebohrungen für den geplanten Kuperabbau. Kann der TFFF den Gewinnmargen von Bergabu und industrieller Landwirtschaft, etwas entgegensetzen, um die Tropenwaldvernichtung zu stoppen? Oder täuschen wir uns am Ende selbst?
Wald unter Druck – weiter wie bisher?
7. Nov 2025
Ist es angesichts von Nutzungsdruck und sich verschärfendem Klimawandel möglich, die Ressource Holz zu nutzten und gleichzeitig den Wald wirksam zu schützen? Der grüne Europa-Abgeordnete Martin Häusling lud im November zur 4. Waldtagung in hessische Bad Zwesten ein, um mit renomierten Referent:innen aus Wissenschaft, Praxis und Politik über Herausforderungen und Ansätze einer zukunftsfähigen Waldwirtschaft zu diskutieren. Darunter Stefanie Schmidt von der EU-Kommission, den Professoren Michael Müller und von der TU Dresden und Pierre Ibisch von der HNE Eberswalde, dem NABU-Präsidenten Jörg-Andreas Krüger, dem Präsidenten der AGDW Prof. Dr. Andreas W. Bitter, der Fachreferentin Jana Ballenthien von Robin Wood und viele weitere.
Podcast: Der Wald und wir – eine ethische Auseinandersetzung mit unserer Verantwortung

21. Okt 2025
Im Jahresrückblick sprechen Peter Wohlleben und Prof. Pierre Ibisch von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde (HNEE) über die Highlights und Lowlights des letzten Jahres: Was lief gut, was lief schlecht für den Wald in 2024 – und warum eigentlich? Es geht unter anderem um Lobbyismus, Bundeswaldinventur, Wahlen und die Entstehung des neuen Studiengangs »Sozialökologisches Waldmanagement«. Außerdem erklärt Peter, warum es 2025 trotz ökologischer Probleme weiterhin Grund zum Optimismus gibt.
Jahresrückblick 2024
21. Jan 2025
Peter Wohlleben hat auf dem Waldgipfel 2025 mit Prof. Pierre Ibisch über die ethischen Dimensionen des Wald- und Umweltschutzes gesprochen. Dabei widmen sich die beiden Fragen wie: Welchen Einfluss müsste unser Staat nehmen, um seiner Verantwortung für Umwelt und Ökosysteme gerecht zu werden? Wie kommt man bei einem komplexen Thema wie Natur- und Klimaschutz am sinnvollsten »ins Tun«? Fehlt uns allgemein der Optimismus oder womöglich der nötige Respekt im Umgang mit der Natur?
Goodbye, dear Jane

1. Okt 2025
Wir sind zutiefst betrübt, dass Jane Goodall diese Erde verlassen hat.
Vor elf Monaten feierten wir mit ihr einen Abend der Hoffnung in Eberswalde, ihrem letzten öffentlichen Auftritt in Deutschland. Außerdem pflanzte sie einen Baum der Hoffnung auf dem Waldcampus der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde.
In Dankbarkeit für Janes Beharrlichkeit im Kampf für den Lebensraum von uns allen wählten wir einen Speierling, einen der Bäume mit dem härtesten Holz in Mitteleuropa.
Wir besuchten mit Jane den alten Buchenwald von Grumsin nördlich von Eberswalde. In einem persönlichen Brief nach ihrem Besuch bei uns schrieb sie unter anderem: »The walk in the beech wood is something I shall remember always and when I feel bogged down by the pressure of endless travel I shall close my eyes and wish myself back into the beauty of the forest. Thank you for sharing it with me.«
Liebe Jane, wir wünschen Dir nun, für immer in der Schönheit der Wälder und aller Natur zu ruhen. Wir werden uns immer daran erinnern, wie Du den Wald betrachtet und zu unseren Studierenden gesprochen hast. Die Begegnung mit dir hat uns ein bleibendes Gefühl von Sinnhaftigkeit und Motivation geschenkt.
Viel Grün sorgt für kühle Temperaturen
23. Sep 2025
Es gibt eine Dreiecksbeziehung zwischen grün, feucht und kühl – das zeigt eine neue Studie des ECONICS INSTITUTEs. Der von den Wissenschaftler:innen entwickelte »Grün-Feucht-Kühl-Index« verdeutlicht erstmals, dass ein Fünftel der Temperaturunterschiede auf die Nutzung der Flächen zurückgeht, und nicht nur das: auch die Niederschlagmenge wird wesentlich von der Landbedeckung beeinflusst.
Für zdf heute hat sich Prof. Ibisch mit Katrin Lindner im Grumsiner Buchenwald im Norden Brandenburgs getroffen. Hier wird spürbar: die dichte Vegetation und die damit einhergehenden hohen Verdunstungsraten sorgen für realtiv kühle Temperaturen im Wald – auch in Hitzeperioden. Die direkt angrenzenden Agrarflächen heizen sich an heißen Tagen dagegen um bis zu 10°C stärker auf
Future Forest Forum

Fotos: © Jens Raiser | Future Forest Forum
6. Sep 2025
»Was wäre, wenn der Schlüssel zur Wirtschaftlichkeit deines Waldes nicht mehr in Produktivität, sondern in Resilienz liegt?«
Das Future Forest Forum auf Schloss Blankenburg im Harz wirft einen Blick auf die Waldwirtschaft von morgen.
In der Diskussionsrunde Neue Wege in der Waldwirtschaft: Zwischen Holzertrag, Gemeinwohl und regenerativem Management machte Christian Felber den Auftakt. In seinem Impuls Rethinking Foresty zeigte er, welche Lehre die Waldwirtschaft aus der Gemeinwohl-Ökonomie ziehen kann und ob dies dabei hilft, funktionierende Geschäftsmodelle für Ökosystemleistungen zu etablieren.
Prof. Pierre Ibisch präsentierte die Perspektive der sozialökologischen Waldbewirtschaftung. Diese sieht den Wald als sozialökologisches System: Global gesehen ist der Mensch existenziell abhängig von funktionierenden Waldökosystemen, weshalb eine bestmögliche Waldgesundheit eine zentrale Frage der Waldgerechtigkeit darstellt und Funktion wichtiger ist als Extraktion. Wälder sind komplexe, Energie wandelnde, haushaltende und ergebnisoffene Systeme, die nur behutsam-adaptiv bewirtschaftet werden können. Eine wertebasierte Waldökonomie umfasst ethische Reflexion, eine sozialökologische Waldbilanzierung und die Honorierung vor allem von regulierenden Ökosystemleistungen.
Was tun nach dem Waldbrand?
3. Jul 2025
In Treuenbrietzen in Brandenburg haben vor sechs Jahren 400 Hektar Wald gebrannt. Seitdem untersucht Prof. Pierre Ibisch im Forschungsprojekt PYROPHOB gemeinsam mit einem Team von Wissenschaftler:innen wie die Waldbrandflächen auf eine unterschiedliche Behandlung reagieren. Gängige Praxis ist oft eine aufwendige Beräumung und Neupflanzung, doch die Beobachtungen zeigen: Dort, wo die Flächen sich selbst überlassen bleiben, entsteht trotz schwieriger Bedingungen bereits ein neues Waldökosystem.
Was also tun nach dem Waldbrand? Der Beitrag bei NANO macht Hoffnung, dass es sich lohnt, auf die Resillienz der Natur zu setzen.








