Aktuelles aus dem Wald
Podcasts, TV- und Videobeiträge rund um die sozialökologische Waldbewirtschaftung – ergänzt um Berichte von Veranstaltungen aus unserem Netzwerk.
Weitere Pressebeiträge zum Nachlesen und -hören gibt es hier.
Vorstellung des ECONICS-Grün-Feucht-Kühl-Index: Deutschland verliert seine natürliche Klimaanlage
14. Jun 2026
Der heute vom ECONICS INSTITUTE gemeinsam mit dem NABU vorgestellte ECONICS-Grün-Feucht-Kühl-Index 2026 macht für jeden Ort in Deutschland sichtbar, wo die Ökosysteme besonders leistungsfähig sind und wo Prioritäten für den Erhalt oder die Wiederherstellung gesetzt werden sollten. Basierend auf realen Messwerten, gestützt vor allem auf hochauflöste Satellitendaten, fungiert er als »Geschäftsklimaindex« für Ökosysteme und verdeutlicht die zentrale Dreiecksbeziehung zwischen grüner Vegetation, Feuchtigkeit und relativer Kühle: je grüner, feuchter und besser vernetzt eine Landschaft ist, desto wirksamer kann sie Belastungen abpuffern und ihre natürliche Schutzfunktion entfalten.
Alarmierend ist jedoch, dass der bundesweite Trend negativ ist: Im Jahr 2025 liegt der Indexdurchschnitt um 16 % niedriger als 2021. Intensiv genutzte Agrarlandschaften, zerstörte Auen und versiegelte Flächen entwickeln sich zu großflächigen Problemregionen, während große, unzerschnittene, grüne und feuchte Regionen (noch) als Klimarefugien fungieren.
Der Ort für die Vorstellung der Ergebnisse, der »Eiskeller«, ist nicht zufällig gewählt: Die Landschaft im Berliner Nordwesten zeigt, welche Bedeutung naturnahe Grün- und Feuchtgebiete für die Klimaanpassung in Großstädten wie Berlin haben. Tatsächlich weist der Index für Berlin einen großen Unterschied zwischen den großen Wald- und Grünflächen am Stadtrand und der dicht bebauten Innenstadt auf. Studienleiter Pierre Ibisch: »Ein paar Dächer mit zentimeterhohem Rasen zu begrünen, Fassadenbegrünung oder das Aufstellen von Blumenkübeln wird nicht reichen. Es geht um Flächen, wo auch Boden vorhanden ist, der Wasser speichern kann und der diese Ökosysteme tragen kann.« Nötig seien Flächen mit Bäumen, Sträuchern und dichter Vegetation. Parks, Straßenbäume, Gewässer und Wälder sollten besser miteinander verbunden werden.
Grüner, feuchter und kühler: Wie wir die Leistungsfähigkeit der Natur unterstützen können

4. Jul 2026
m Rittersaal auf Schloss Achberg bei Wangen sprach Prof. Ibisch zum Thema »Grüner, feuchter und kühler: Die Natur in Deutschland muss mehr arbeiten (und das kann sie auch, wenn wir sie dabei unterstützen)«. Der Vortrag war ein Beitrag zum Umweltbildungsfestival GreenPulse, das vom Partner des Studiengangs Sozialökologisches Waldmanagement elobau Stiftung organisiert wurde. Mit dem Vorstandsvorsitzenden Peter Aulmann sprach Pierre Ibisch über den von der Stiftung geförderten Studiengang und darüber, wie wir die Leistungsfähigleit unserer Landschaften unterstützen können.
Grüne Vegetation, Wasser und relative Kühle bilden eine zentrale Dreiecksbeziehung – wo es grüner und kühler ist, gibt es sogar mehr Niederschläge. Die Art der Landnutzung ist dabei für fast ein Fünftel der Temperaturunterschiede verantwortlich, so viel wie kein anderer Faktor. Die gute Nachricht: eine veränderte Landnutzung und proaktives, vorbeugendes Management bieten eine großee Chance die Widerstandsfähigkeit gegen die Klimakrise zu verbessern.
Pluriversum – Diskurse für eine gerechte Zukunft
29. Jun 2026

Am 29. Juni 2026 war die Welt zu Gast in Eberswalde – oder besser: gleich ein ganzes Pluriversum. Unter diesem Titel gestalteten der ecuadorianische Ökonom und Politiker Alberto Acosta, die Journalistin Sandra Weiss und das Musikensemble GRUPO SAL einen Abend zu zentralen Zukunftsfragen unserer Zeit. Acosta zählt international zu den prägenden Stimmen einer sozialökologischen Transformation. Als Präsident der Verfassungsgebenden Versammlung von Ecuador trug er wesentlich dazu bei, dass das Konzept des »Buen Vivir« über Lateinamerika hinaus bekannt wurde und 2008 Eingang in die ecuadorianische Verfassung fand.
Als besonderer Gast war an diesem Abend Patricia Gualinga aus der Gemeinde Sarayaku der indigenen Kichwa in Ecuador zugeschaltet. Die international bekannte Aktivistin gehört dem United Nations Permanent Forum on Indigenous Issues (UNPFII) und ist Vorreiterin einer stetig wachsenden Bewegung von Frauen, die sich für den Schutz des Amazonas einsetzen.
Die Kichwa-Gemeinschaft Sarayaku lebt tief im ecuadorianischen Amazonasgebiet und kämpft seit Jahrzehnten für ihr angestammtes Land. 1996 vergab der ecuadorianische Staat große Teile ihres Territoriums an das Ölunternehmen CGC, ohne die Gemeinschaft vorab zu informieren oder einzubeziehen. Was folgte, war ein letztlich historischer Rechtsstreit: 2012 verurteilte der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte Ecuador – ein Urteil, das bis heute als Meilenstein für die Rechte indigener Völker in ganz Lateinamerika gilt.
Aus diesem Widerstand ist eine eigene Vision für die Zukunft des Amazonas entstanden: Kawsak Sacha, »der lebendige Wald«. Die Generalversammlung des Kichwa-Volkes von Sarayaku erklärte das angestammte Territorium zu einem lebendigen, bewussten Wesen und Rechtssubjekt, bewohnt von unzähligen Wesen aus der Tier-, Pflanzen-, Mineral-, geistigen und kosmischen Welt, die mit den Menschen in enger Beziehung stehen. Damit fordert Sarayaku einen grundlegenden Wandel im Umgang mit dem Amazonas, Kawsak Sacha ist weit mehr als ein Naturschutzkonzept: Es ist ein Vorschlag für Leben aus dem Herzen des Amazonas an die Welt.

Windenergie im Wald: Welche Folgen hat der Bau von Windkraftanlagen auf das Ökosystem?
11. Jun 2026
Ohne Windenergie wird die Energiewende nicht gelingen. Doch das braucht Flächen – und die sind begrenzt. Immer öfter rücken deshalb Windkraftanlagen auf Waldstandorten in den Fokus. Prof. Pierre Ibisch betont, dass die Wälder hierzulande bereits heute stark fragmentiert und von Infrastruktur zerschnitten sind. Wird der Wald aufgelichtet, entstehen durch die Öffnung des Kronendachs Waldinnenränder, die das kühlende Mikroklima des Waldes destabilisieren können. Die Zuwegungen zu den Anlagen sowie die entstehenden Freiflächen beeinträchtigen zudem die Fähigkeit des Waldes, Wasser zurückzuhalten – eine Gefahr für unsere zunehmend trockener werdenden Landschaften. Auf der anderen Seite führt die Verdichtung des Bodens durch Schwerlasttransporte beim Bau der Anlagen zu mehr Oberflächenabfluss bei Starkregenereignissen.
»Der Wald soll uns in der Klimakrise helfen und gleichzeitg geht der Klimaschutz hier auf seine Kosten – darin liegt der Widerspruch unserer Zeit « fasst es der Beitrag in der WDR-Sendung Quarks (ab 30:30 min) zusammen und beleuchtet unterschiedliche Perspektiven.
Erste Wald-Allianz Tagung in Meiningen
27. bis 28. Apr 2026

Wälder sind verschachtelte Systeme – wechselseitig wirkt das größere Ganze auf die Teile, so wie auch die Komponenten zurück auf das größere Gefüge wirken. So fühlten sich auch die zwei Tage der ersten Tagung der Wald-Allianz in Meiningen an, die über 150 Fachleute aus Forstpraxis, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammengebracht hat – inklusive Studierende des Sozialökologischen Waldmanagements. Nicht, um fertige Antworten zu präsentieren, sondern um Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen.
In inspirierenden Vorträgen ging es um eine wachsende Vielfalt innerhalb der planetaren Grenzen, des Genoms von Buchen-Saatguts genauso wie im Kiefernforst. Es ging raus in den Wald auf Exkursionen in den Meininger Stadtwald mit Förster und Gastgeber Sebastian Dummer, ins benachbarte Untermaßfeld und in den Zukunftswald des Bergwaldprojekts und der Greenpeace Umweltstiftung nach Unterschönau. Was lässt sich aus den Erfahrungen der Praxispartner:innen für die Bewirtschaftung ableiten? Daneben gab ermutigende Beispiele für die Waldentwicklung aus dem Bayrischen Wald; Monika Runkel, Leiterin des Forstamts Hacheburg im Westerwald stellte Maßnahmen für natürlichen Wasserrückhalt vor und Dietrich Mehl, Forstbetriebsleiter im brandenburgischen Reiersdorf zeigte, dass eine Transformation monotoner Kierfenbestände im bewirtschafteten Wald möglich ist.
Das große Potential einer sozialökologischen Waldbewirtschaftung war spürbar – zugleich wurde deutlich, wie sehr, wir die Wälder in der Klimakrise brauchen. Diese Allianz macht dennoch Mut!
Danke an das ganze Organisationsteam und alle Mitstreiter:innen und Partner:innen in der Wald-Allianz, die wie die Mykorrhiza im Wald das Wachstum dieses Netzwerks erst ermöglichen.

Grün. Feucht. Kühl — Wie der Bannwald Kleinmachnow schützt
12. Feb 2026

Drei Jahre Forschung zeigen: Gemeindewälder sind zentrale Bausteine aktiver kommunaler Klimaanpassung.
Bei der Abschlussveranstaltung des Projekts »Zukunftsfähiger Gemeindewald « informierten sich zahlreiche Bürger:innen sowie Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft vor Ort über die Ergebnisse. Deutlich wurde: Der Gemeindewald ist weit mehr als Erholungsraum. Er trägt messbar zum Klimaschutz, zum Wasserhaushalt und zur Lebensqualität im Ort bei. Bodo Krause, der Bürgermeister der Gemeinde südwestlich von Berlin gelegen, bekräftigte so auch das Ziel, den Bannwald langfristig klimaresilient weiterzuentwickeln.
Das Projekt wurde 2022 gemeinsam mit dem Centre for Econics and Ecosystem Management (CEEM) mit dem Ziel gestartet, eine belastbare Grundlage für zukünftige Entscheidungen in der Waldpflege zu schaffen. Zentrales Element war von Beginn an die aktive Einbindung der Bürgerschaft. In Workshops mit Bürger:innen und dem lokalem Gymnasium entstand unter anderem ein »Waldwissen«-Wirkungsnetz, das ökologische Zusammenhänge anschaulich darstellt. Zudem hat sich eine engagierte Wald-Gruppe gebildet.
Die Abschlussveranstaltung machte nun deutlich: Klimaanpassung ist keine abstrakte Zukunftsaufgabe, sondern beginnt im eigenen Umfeld. Prof. Dr. Pierre Ibisch erläuterte in seinem Vortrag, warum Kommunalwälder als Verbündete im Klimawandel eine Schlüsselrolle im Klimaschutz und in der Klimaanpassung spielen. Satellitengestützte Auswertungen aus Kleinmachnow zeigen, dass der Bannwald an heißen Sommertagen deutlich kühler bleibt als versiegelte Flächen. So lag am 2. Juli 2025 der Temperaturunterschied im Vergleich zum Europarc Dreilinden bei bis zu 10 C°. Auch Analysen zur Vegetationsvitalität – also zur »Grünheit« und Gesundheit der Pflanzen – belegen: Je vitaler die Vegetation und je feuchter der Boden, desto stärker ist die Kühlleistung. Besonders in dicht bebauten und versiegelten Bereichen sind diese Effekte für Gesundheit und Lebensqualität bedeutsam.

Kann der Regenwaldfonds TFFF helfen Tropenwälder zu schützen?

19. Nov 2025
Fotos: © Mirella Frangella
Soraida Chindoy, eine Vertreterin der Inga aus der kolumbianischen Region Putumayo, besuchte den Studiengang »Sozialökologisches Waldmanagement« in Eberswalde. Gemeinsam mit der Fotografin Mirella Frangella berichtete sie von ihrem Kampf gegen eine große Kupfermine sowie von gravierenden sozialen und ökologischen Problemen. Für ihren Einsatz für die Natur und gegen den Verlust ihres Lebensraums benötigen die Inga dringend Solidarität und konkrete Unterstützung.
Kann der neue Regenwaldfonds Tropical Forests Forever Facility (TFFF) dabei helfen? Der Vorschlag der Gastgeber der diesjährigen Klimakonferenz COP30 im brasilianischen Belém sieht vor, öffentliche und private Mittel zum Schutz der Wälder zu mobilisieren – Deutschland wird dafür eine Milliarde Euro zur Verfügung stellen. Die persönliche Begegnung mit Soraida Chindoy verdeutlicht jedoch einmal mehr, wie groß der Ressourcenhunger ist, dem unsere Wälder global ausgesetzt sind. Chindoy überlebte 2017 mit ihrer Familie eine Schlammlawine in Mocoa, einer Stadt in den bewaldeten Bergen am Rande des Amazonas, die gezeichnet sind von insgesamt 14 Kilometer tiefen Probebohrungen für den geplanten Kuperabbau. Kann der TFFF den Gewinnmargen von Bergabu und industrieller Landwirtschaft, etwas entgegensetzen, um die Tropenwaldvernichtung zu stoppen? Oder täuschen wir uns am Ende selbst?
Wald unter Druck – weiter wie bisher?
7. Nov 2025
Ist es angesichts von Nutzungsdruck und sich verschärfendem Klimawandel möglich, die Ressource Holz zu nutzten und gleichzeitig den Wald wirksam zu schützen? Der grüne Europa-Abgeordnete Martin Häusling lud im November zur 4. Waldtagung in hessische Bad Zwesten ein, um mit renomierten Referent:innen aus Wissenschaft, Praxis und Politik über Herausforderungen und Ansätze einer zukunftsfähigen Waldwirtschaft zu diskutieren. Darunter Stefanie Schmidt von der EU-Kommission, den Professoren Michael Müller und von der TU Dresden und Pierre Ibisch von der HNE Eberswalde, dem NABU-Präsidenten Jörg-Andreas Krüger, dem Präsidenten der AGDW Prof. Dr. Andreas W. Bitter, der Fachreferentin Jana Ballenthien von Robin Wood und viele weitere.
Podcast: Der Wald und wir – eine ethische Auseinandersetzung mit unserer Verantwortung

21. Okt 2025
Im Jahresrückblick sprechen Peter Wohlleben und Prof. Pierre Ibisch von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde (HNEE) über die Highlights und Lowlights des letzten Jahres: Was lief gut, was lief schlecht für den Wald in 2024 – und warum eigentlich? Es geht unter anderem um Lobbyismus, Bundeswaldinventur, Wahlen und die Entstehung des neuen Studiengangs »Sozialökologisches Waldmanagement«. Außerdem erklärt Peter, warum es 2025 trotz ökologischer Probleme weiterhin Grund zum Optimismus gibt.
Jahresrückblick 2024
21. Jan 2025
Peter Wohlleben hat auf dem Waldgipfel 2025 mit Prof. Pierre Ibisch über die ethischen Dimensionen des Wald- und Umweltschutzes gesprochen. Dabei widmen sich die beiden Fragen wie: Welchen Einfluss müsste unser Staat nehmen, um seiner Verantwortung für Umwelt und Ökosysteme gerecht zu werden? Wie kommt man bei einem komplexen Thema wie Natur- und Klimaschutz am sinnvollsten »ins Tun«? Fehlt uns allgemein der Optimismus oder womöglich der nötige Respekt im Umgang mit der Natur?
Goodbye, dear Jane

1. Okt 2025
Wir sind zutiefst betrübt, dass Jane Goodall diese Erde verlassen hat.
Vor elf Monaten feierten wir mit ihr einen Abend der Hoffnung in Eberswalde, ihrem letzten öffentlichen Auftritt in Deutschland. Außerdem pflanzte sie einen Baum der Hoffnung auf dem Waldcampus der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde.
In Dankbarkeit für Janes Beharrlichkeit im Kampf für den Lebensraum von uns allen wählten wir einen Speierling, einen der Bäume mit dem härtesten Holz in Mitteleuropa.
Wir besuchten mit Jane den alten Buchenwald von Grumsin nördlich von Eberswalde. In einem persönlichen Brief nach ihrem Besuch bei uns schrieb sie unter anderem: »The walk in the beech wood is something I shall remember always and when I feel bogged down by the pressure of endless travel I shall close my eyes and wish myself back into the beauty of the forest. Thank you for sharing it with me.«
Liebe Jane, wir wünschen Dir nun, für immer in der Schönheit der Wälder und aller Natur zu ruhen. Wir werden uns immer daran erinnern, wie Du den Wald betrachtet und zu unseren Studierenden gesprochen hast. Die Begegnung mit dir hat uns ein bleibendes Gefühl von Sinnhaftigkeit und Motivation geschenkt.
Viel Grün sorgt für kühle Temperaturen
23. Sep 2025
Es gibt eine Dreiecksbeziehung zwischen grün, feucht und kühl – das zeigt eine neue Studie des ECONICS INSTITUTEs. Der von den Wissenschaftler:innen entwickelte »Grün-Feucht-Kühl-Index« verdeutlicht erstmals, dass ein Fünftel der Temperaturunterschiede auf die Nutzung der Flächen zurückgeht, und nicht nur das: auch die Niederschlagmenge wird wesentlich von der Landbedeckung beeinflusst.
Für zdf heute hat sich Prof. Ibisch mit Katrin Lindner im Grumsiner Buchenwald im Norden Brandenburgs getroffen. Hier wird spürbar: die dichte Vegetation und die damit einhergehenden hohen Verdunstungsraten sorgen für realtiv kühle Temperaturen im Wald – auch in Hitzeperioden. Die direkt angrenzenden Agrarflächen heizen sich an heißen Tagen dagegen um bis zu 10°C stärker auf
Future Forest Forum

Fotos: © Jens Raiser | Future Forest Forum
6. Sep 2025
»Was wäre, wenn der Schlüssel zur Wirtschaftlichkeit deines Waldes nicht mehr in Produktivität, sondern in Resilienz liegt?«
Das Future Forest Forum auf Schloss Blankenburg im Harz wirft einen Blick auf die Waldwirtschaft von morgen.
In der Diskussionsrunde Neue Wege in der Waldwirtschaft: Zwischen Holzertrag, Gemeinwohl und regenerativem Management machte Christian Felber den Auftakt. In seinem Impuls Rethinking Foresty zeigte er, welche Lehre die Waldwirtschaft aus der Gemeinwohl-Ökonomie ziehen kann und ob dies dabei hilft, funktionierende Geschäftsmodelle für Ökosystemleistungen zu etablieren.
Prof. Pierre Ibisch präsentierte die Perspektive der sozialökologischen Waldbewirtschaftung. Diese sieht den Wald als sozialökologisches System: Global gesehen ist der Mensch existenziell abhängig von funktionierenden Waldökosystemen, weshalb eine bestmögliche Waldgesundheit eine zentrale Frage der Waldgerechtigkeit darstellt und Funktion wichtiger ist als Extraktion. Wälder sind komplexe, Energie wandelnde, haushaltende und ergebnisoffene Systeme, die nur behutsam-adaptiv bewirtschaftet werden können. Eine wertebasierte Waldökonomie umfasst ethische Reflexion, eine sozialökologische Waldbilanzierung und die Honorierung vor allem von regulierenden Ökosystemleistungen.
Was tun nach dem Waldbrand?
3. Jul 2025
In Treuenbrietzen in Brandenburg haben vor sechs Jahren 400 Hektar Wald gebrannt. Seitdem untersucht Prof. Pierre Ibisch im Forschungsprojekt PYROPHOB gemeinsam mit einem Team von Wissenschaftler:innen wie die Waldbrandflächen auf eine unterschiedliche Behandlung reagieren. Gängige Praxis ist oft eine aufwendige Beräumung und Neupflanzung, doch die Beobachtungen zeigen: Dort, wo die Flächen sich selbst überlassen bleiben, entsteht trotz schwieriger Bedingungen bereits ein neues Waldökosystem.
Was also tun nach dem Waldbrand? Der Beitrag bei NANO macht Hoffnung, dass es sich lohnt, auf die Resillienz der Natur zu setzen.














